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Die Sense

Ich hatte ja bereits mit Freude Tom Hodgkinsons Loblied auf die Sense gelesen.  Was macht man also als künftiger Jung-Bauer und Hofbetreiber? Man kauft sich eine Sense. Wir haben ja so einen Werkzeugkatalog herumliegen, der hochwertiges Werkzeug aller Art anbietet. Seitdem wir einmal dort eingekauft haben, wissen wir, daß wir hier wirklich haltbares Werkzeug für (fast) jeden Geldbeutel bekommen, wobei selbiger danach immer heftig zusammenschrumpt. Ich versuche dem Grundsatz zu folgen: Wir sind zu arm, um billig zu kaufen. Manchmal verstoße ich dagegen, aber oft bereue ich dann diesen Seitensprung. Nun, wir haben also zwei Sensen bestellt.

Zwei, denn wir sind ja auch zu zweit. In einem Buch hatte ich die Empfehlung gelesen, möglichst immer zu zweit oder mit mehreren Schnittern zu mähen, das mache mehr Spaß. Und: Die Flächen sind ja ausreichend groß und wollen sicher gemäht werden. Außerdem wird für uns nicht nur eine "normale" Sense in Frage kommen, auch eine Version zum Mähen unter schweren Bedingungen, die ein etwas robusteres Blatt hat, wird sicher an einigen Stellen nötig sein. Damit kann man auch kleine Bäumchen oder verholzte Stängel aus dem Vorjahr ohne Einbußen schneiden.

Die Vorfreude war groß. Und dann warteten wir auf die Lieferung. Die Neuerung unserer Tage mit der Sendungsverfolgung von Paketen ist ja einerseits ganz nett. Andererseits verstärkt sie auch die Ungeduld, wenn man wie wir aus der Information "In Zustellung" schließt, daß das Paket wohl am entsprechenden Tag noch von der Postfrau gebracht wird. Nur hat offenbar die Post immer wieder Schwierigkeiten mit übergroßen (jedoch leichten) Paketen. So ein Sensenbaum braucht ja eine Verpackung von schätzungsweise 1,8 Metern Länge. Naja. Wir wollen uns ja in Achtsamkeit und Geduld üben - das war eine weitere Lektion.

endlich sind die Sensen da. Das fühlt sich beim Zusammenbau schon sehr gut an – ein relativ einfaches Werkzeug, welches aber so genial gebaut ist, daß man es nicht mehr optimieren kann. Natürlich schauen wir uns am Abend gleich auf Youtube einen Vergleich "Sense gegen Motorsense" an, das Ergebnis ist ernüchternd für die motorisierte Variante. Nun sind wir natürlich gefühlt gleich echte Landeier. Aber zugegebenermaßen fällt der erste Test doch etwas verhalten aus. Vermutlich liegt's an der Uhrzeit, denn das taufrische Gras frühmorgens soll sich ja genial sensen lassen. Was soll es sonst sein? ;-) Die robuste Ausführung der Sensen macht ihre Arbeit schon sehr gut, aber der feine Schnitt mit der feineren Ausführung sieht noch nicht so recht nach Golfrasen aus. Nun, wir üben noch!

Witzigerweise sind in den nächsten Tagen nebenan bei der Schule gleich Motorsensen-Experten dabei, die Grünflächen zu pflegen. An einem dieser Morgen schaue ich mir das Spektakel an und verstehe Hodgkinson: Es wird eine Menge Lärm produziert, die Maschine benötigt sogar Brennstoff, die Arbeiter können sich auch wegen des Lärms und des Hörschutzes gar nicht mehr unterhalten. Es ist also ziemlich stupide Arbeit, aber Kräfte benötigt man trotzdem noch. Solch eine Motorsense ist ja auch nicht gerade leicht! Auch wenn ich jetzt mit meinen Anfängererfahrungen noch nicht prahlen kann, ich glaube schon, daß die Motorsense für das, was sie leistet, eigentlich viel zu teuer sowohl in Anschaffung als auch im Unterhalt ist. Extrem lustig ist es jedoch dann, wenn hinter dem Mann mit der Motorsense gleich noch ein weiterer Krachmacher mit einem verbrennungsmotorgetriebenen Laubgebläse versucht, das Gras wegzublasen. Bei uns gibt es noch den Holzrechen, der funktioniert meiner Meinung nach echt erstaunlich gut.

Nach ein paar Tagen schaue ich noch einmal ins Anleitungsbüchlein für das Sensen und entdecke den Hinweis, das selbst als "mähfertig" deklarierte Sensen in der Regel auch erst noch gedengelt werden müssen. Das wird wohl bei unseren Exemplaren auch der Fall sein, ich werde das morgen gleich mal testen. Das ist schon perfekt: Es gibt jede Menge zu lernen, zu üben. Und da sind wir noch nicht mal bei Tieren angekommen.

 

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